Ein ganz besonderer Erfolg für unsere Schulgemeinschaft: Vinea Bauer (Klassenstufe 10) wurde in diesem Jahr Landessiegerin beim Plakatwettbewerb der DAK-Gesundheit. Dieser Wettbewerb setzt seit 17 Jahren ein starkes Zeichen gegen das sogenannte Komasaufen unter Jugendlichen und lädt junge Menschen dazu ein, sich bildnerisch mit den Risiken und Folgen von Alkoholmissbrauch auseinanderzusetzen.
Bereits im April erhielt die betreuende Fachlehrerin per Dienst-E-Mail eine Information von der verantwortlichen Mitarbeiterin der DAK über das Erreichen eines ersten Platzes des Plakates von Vinea Bauer auf Landesebene, glaubte zunächst jedoch an eine Falschnachricht. Zur großen Freude und, ja, auch Überraschung, konnte diese Nachricht verifiziert werden, Vinea durfte über ihre hervorragende Platzierung informiert werden und nun wurden alle organisatorischen Vorbereitungen per E-Mail – die 10. Klassen
befanden sich bereits im Betriebspraktikum – getroffen, um am Montag, dem 04.05.2026, der Einladung zur feierlichen Preisverleihung zu folgen.
Diese sollte im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg im Kaminzimmer stattfinden.
Um rechtzeitig 10.00 Uhr zu erscheinen, mussten Vinea und die sie begleitende Fachlehrerin bereits 6.30 Uhr ab dem Bahnhof Jessen mit dem Zug starten. Vom Magdeburger Bahnhof Herrenkrug ging es per pedes unter blühenden Kastanien entlang zum Ministeriumsgebäude, vor welchem die Preisträger und ihre Begleiter schon durch Mitarbeitende der DAK erwartet, herzlich begrüßt und von dort ins Kaminzimmer geleitet wurden.
Der Pressesprecher der DAK eröffnete die Auszeichnungsveranstaltung, erwähnte in seiner Rede u.a., dass bisher bereits 149 000 Jugendliche bundesweit mit ihren Plakaten an der Aktion „Bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen – Kenn Deine Grenzen!“ teilgenommen hätten und in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt 340 Plakate eingereicht worden seien.
Die Ministerin Frau Grimm-Benne, die seit 10 Jahren die Schirmherrschaft über diesen Plakatwettbewerb hat, richtete ihre Grußworte an die Anwesenden und dankte den Jugendlichen für ihre künstlerischen Beiträge und die dafür nötige tiefgründige inhaltliche Auseinandersetzung mit der Problematik.
Sie wies auf die Gefahren des Alkoholmissbrauchs, besonders bei Kindern und Jugendlichen, hin: 26673 Kinder und Jugendliche mussten seit der statistischen Erfassung notärztlich versorgt und im Krankenhaus behandelt werden. Zum Glück seien die Fallzahlen rückgängig. In Sachsen-Anhalt mussten im letzten Jahr 353 Jugendliche, die ihr Limit nicht kannten, stationär aufgenommen werden. Prävention sei nach wie vor wichtig, allerdings auch hinsichtlich anderer Suchtkrankheiten und Gefahren, wie z.B. Internetsucht oder Glücksspiel.
Alkohol zu trinken würde in vielen Familien und auch im öffentlichen Umfeld oft beschwichtigend und verharmlosend betrachtet und auch den Kindern und Jugendlichen so kommuniziert. Umso wichtiger seien z.B. solche Aktionen und Programme wie das der DAK.
Inzwischen nähmen auch in Sachsen-Anhalt flächendeckend Schulen am Plakatwettbewerb teil und thematisierten das Alkoholproblem in Unterrichtssequenzen, auch unter Nutzung der von der DAK zur Verfügung gestellten Unterrichtsmaterialien.
Der Redner der DAK dankte den Preisträgerinnen und auch der Jury, die die Qual der Wahl hatte, aus den 340 guten und sehr guten eingereichten Arbeiten die Sieger zu küren.
Vinea wurde für ihr ausdrucksstarkes Plakat ausgezeichnet, das neben der gekonnten technischen und künstlerischen Umsetzung besonders auch durch die Botschaft besticht. Es gelang ihr, die Intention des Wettbewerbs eindrucksvoll zu transportieren: Aufklärung, Selbstverantwortung und ein selbstbestimmter Umgang mit eigenen Befindlichkeiten und Problemen, auch mit eventuellem Gruppendruck – „bunt statt blau“ eben. Sie verdeutlicht, dass Alkohol keine Lösung sei und formuliert ihre Gestaltungsabsicht entsprechend: „Mein Plakat soll veranschaulichen, wie schwer es sein kann, aus dem „Blauen“, der Alkoholsucht und der negativen Weltsicht herauszukommen.
Je länger man darin feststeckt, desto schwerer wird es, die Welt wieder bunt zu sehen und zu erleben. Es kostet viel Kraft und Selbstüberwindung. Deshalb muss schon frühzeitig das „Blaue“ durchbrochen werden, damit es gar nicht zum vollständigen Verschwinden der Farben – und somit der Lebensfreude – kommt.
Wenn man den Entschluss gefasst hat, ist es eine Befreiungstat, die alte Gewohnheiten zerschlägt.“
Nach der Siegerehrung und Gesprächen und dem – auch künstlerischen – Austausch mit den Anwesenden erkundeten Vinea und ihre Begleiterin bis zur Rückfahrt einige der architektonischen und künstlerischen Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt Magdeburg.

Text und Fotos: BP