3. Platz beim Kunstwettbewerb „Jugend creativ“ auf Regionalebene
Die intensive inhaltliche und künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Ozeane“ im Kunstunterricht der Klassen 6b und 6c zeitigte Erfolge: Unsere Schülerin Laura Gonarski, Klassenstufe 6, erzielte bei diesem bundesweit bekannten Kunstwettbewerb der Volksbanken und Raiffeisenbanken „Jugend creativ“ 2026 einen großartigen 3. Platz auf Regionalebene: der VR-Bank Fläming- Elsterland eG.
Diese umfasst die Gebiete Werder, Zossen, Bad Belzig, Luckenwalde, Jüterbog, Bad Liebenwerda und Jessen, also einen sehr weitläufigen Bereich. Ende Februar trafen sich die Juroren, um aus insgesamt 863 – in Worten: ACHTHUNDERTDREIUNDSECHZIG! – bei der VR-Bank Fläming-Elsterland eV eingereichten Bildern die Siegerbilder zu prämieren.
Auch das Gymnasium Jessen nahm mit Werken aus den Klassen 6b, 6c und aus den Klassenstufen 10 und 11 teil. Dass Lauras Bild nun aus dieser Fülle an eingereichten Bildern für einen dritten Preis ausgewählt wurde, ist äußerst bemerkens- und anerkennenswert.
Leider konnten nicht alle zu diesem Thema angefertigten und durchaus gelungenen Bilder prämiert werden. Sie sind jedoch im unteren Flur des 300er Traktes zu besichtigen und zeigen u.a. eine Vielfalt an Meereswesen.
Das diesjährige Wettbewerbsthema sprach die Kinder und Jugendlichen offensichtlcih besonders an und animierte sie, sich vertiefend damit zu beschäftigen:
Viele Menschen verbinden mit Ozeanen Weite, Freiheit und Abenteuer – das Rauschen der Wellen, ferne Küsten und die Faszination des Unbekannten.
Gleichzeitig sind die Meere weit mehr als ein Sehnsuchtsort: Sie bedecken rund 71 % der Erdoberfläche und sind ein zentraler Motor unseres Planeten. Als riesiger Wärmespeicher beeinflussen sie Wetter und Klima, Meeresströmungen prägen ganze Regionen, und die Ozeane nehmen einen großen Teil des vom Menschen ausgestoßenen CO auf. Zudem entsteht ein erheblicher Anteil des Sauerstoffs in unserer Atmosphäre durch Meeresalgen und Phytoplankton – winzige Organismen, die wie „unsichtbare Wälder“ im Wasser arbeiten. Als Lebensraum beherbergen die Ozeane eine enorme Vielfalt: von Korallenriffen, die oft als „Regenwälder der Meere“ bezeichnet werden, bis hin zur Tiefsee, die trotz
moderner Forschung noch immer voller Geheimnisse steckt. Gerade dort werden immer wieder neue Arten entdeckt, etwa in der Nähe von hydrothermalen Quellen, wo Lebewesen ohne Sonnenlicht existieren und ihre Energie aus chemischen Prozessen gewinnen.
Die Ozeane sind heute vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt: Plastikmüll und Mikroplastik gelangen in die Nahrungsketten, Tiere verheddern sich in Abfällen oder halten Plastik für Nahrung. Besonders gefährlich sind sogenannte Geisternetze, also verlorene Fischernetze, die weiter „fischen“, ohne dass jemand sie kontrolliert. Hinzu kommen Überfischung, die ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen kann, sowie die Folgen des Klimawandels: Steigende Wassertemperaturen begünstigen Korallenbleichen, und die Ozeanversauerung erschwert vielen Organismen – etwa Korallen und Muscheln – den Aufbau ihrer Kalkstrukturen. Auch die Zerstörung sensibler Lebensräume, zum Beispiel von Riffen oder Seegraswiesen, gefährdet wichtige Rückzugs- und Kinderstuben zahlreicher Arten.
In den sechsten Klassen wurden im Unterricht gezielt unterschiedliche und für die Schüler neue künstlerische Techniken eingesetzt, um Inhalt und Gestaltung überzeugend miteinander zu verbinden.
Für den Bilduntergrund und die Darstellung der Pflanzen nutzten die Schüler die Decalcomanie: Durch das Abklatschen von Farbe entstehen organische, zufällige Strukturen, die an Strömungen, Gestein, Algen und Unterwasserlandschaften erinnern.
Die Tiere sind als Federzeichnung ausgearbeitet – mit feinen Linien und präzisen Details, die den Meeresbewohnern Ausdruck und Lebendigkeit verleihen. Hier musste genauestens beobachtet werden, und in Ermangelung echter Anschauungsobjekte wurden Fotografien aus Fachzeitschriften und Fachbüchern und nsbesondere die exzellenten Zeichnungen von Ernst Haeckel (1834-1919), einem bekannten Zoologen, Philosophen, Zeichner, Freidenker und Darwinisten, der als Hochschullehrer in Jena (der Besuch des dortigen Phyletischen Museums lohnt mindestens eine Reise) tätig war, genutzt.
Netze und einzelne Korallenriffe wurden mithilfe von Materialdruck gestaltet. Die abgedruckten Netze können als deutlicher Hinweis auf menschliche Eingriffe und Gefahren im Meer verstanden werden. In ihrem Kunstwerk zeigt Laura eindrucksvoll die Faszination und Bedeutung der Meere. Mit viel Kreativität, einem sicheren Gespür für Farbe und Komposition sowie einer klaren Bildidee gelingt es ihr, die Vielfalt und zugleich die Verletzlichkeit der Ozeane sichtbar zu machen.
Die Jury würdigte besonders die ausdrucksstarke Gestaltung und die überzeugende Umsetzung des Wettbewerbsthemas sowie die gelungene Verbindung von Technik, Bildidee und Aussage – ein Ergebnis, das nicht nur künstlerisches Talent, sondern auch Ausdauer und eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema erkennen lässt.
Ein besonderer Höhepunkt war die Auszeichnungsveranstaltung auf Ortsbankenebene der Volksbank in Jüterbog am 14.04.2026, bei der die Preisträgerinnen und Preisträger in einem feierlichen Rahmen geehrt wurden. Dort durfte Laura ihre Urkunde und den Preis entgegennehmen – eine schöne Anerkennung für ihre kreative Arbeit.
Wir gratulieren herzlich zu diesem tollen Erfolg und freuen uns, dass sie unsere Schule mit ihrer Leistung so
eindrucksvoll vertreten hat. Solche Veranstaltungen machen sichtbar, wie wichtig kulturelle Bildung ist und wie sehr kreatives Arbeiten junge Menschen stärken kann. Der Wettbewerb „jugend creativ“ bietet Schülerinnen und Schülern eine wertvolle Gelegenheit, eigene Ideen zu entwickeln und künstlerisch umzusetzen. Umso schöner ist es, wenn Engagement und Kreativität auf diese Weise Anerkennung finden.
Ein Dank gilt auch allen, die sie auf dem Weg begleitet und unterstützt haben.
Text: BP