Was bringt einen Schüler dazu, freiwillig etwa zwölf Stunden schulisch unterwegs zu sein?
Z.B. der LISA-Workshop-Theatertag in Halle.
Neun aktive Schauspielerinnen, ein engagierter Schauspieler und zwei begleitende
Lehrerinnen unseres Gymnasiums nahmen am 11.02.2026 den langen Weg von Jessen
nach Halle auf sich, um, wie auch in den vorangegangenen zwei Jahren, an einem jährlich
durch das LISA organisierten Höhepunkt für Schultheatergruppen des Landes Sachsen
Anhalt teilzunehmen. Und nicht nur das: In den Workshops durften sich alle Akteure
ausprobieren, sogar austoben und mit anderen, bis dahin unbekannten Teilnehmern,
(schau-) spielerisch interagieren.
Nach einer Zusammenkunft um 7.15 Uhr im Kunstraum mit Tagesbesprechung und
ausgestattet mit Mathematik- und anderen Aufgaben starteten wir zum Bahnhof Jessen,
um mit dem Zug 7.56 Uhr nach Wittenberg zu fahren, dort in die S-Bahn Mitteldeutschland
nach Halle umzusteigen und in Halle vom Bahnhof zum LISA-Gebäude zu laufen.
Dort wurden wir vom Organisator des Theater-Workshop-Tages empfangen, zum Raum
unseres ersten Workshops geleitet und stiegen sofort ein in „Spiel.Raum.Gruppe“,
angeleitet von einem erfahrenen Theaterpädagogen. Unsere Sinne wurden geschärft,
denn wir mussten uns u.a. z.T. blind, uns nur an Geräuschen orientierend und unseren z.T.
unbekannten Spielpartnern (blind) vertrauend, durch den Raum bewegen.
Nach einer kurzen Pause wechselten wir für weitere 90 Minuten in den Workshop
„Chorisches Theater“, in dem wir ausprobierten, wie wir gemeinsam u.a. synchron
sprechen und agieren können, um Botschaften zu vermitteln. Hier faszinierten die vielen
verschiedenen Möglichkeiten des Zusammenspiels von Individuum und Gemeinschaft.
Nun brauchten wir erst einmal eine längere Pause, die wir auch nutzten, um in der Kantine
des LISA ein Mittagessen zu uns zu nehmen, uns auszutauschen und wieder Energie für
die dritte Workshop-Runde zu tanken.
Wir teilten uns auf, da es für uns noch zwei weitere Workshop-Angebote gab. In
„Formwandler & Figurenfinder“ waren wir physisch und mental stark gefordert, denn wir
bewegten uns auf vielfältige Weise, entwickelten aus diesen Bewegungen Figuren, die
wiederum verändert werden mussten, sodass daraus kleine Szenen entspringen konnten.
Im „Biografischen Theater“ gingen wir von unseren persönlichen Erinnerungen und
Alltagssituationen aus und setzten diese in szenische Formen um.
Gegen 15.15 Uhr trafen sich alle Teilnehmenden wieder im Saal in der 7. Etage zur
Auswertung. Besonders beeindruckte eine Gruppe, die eine kurze, im Workshop
„Chorisches Theater“ entstandene Szene perfekt präsentierte. Der Dank war ein
donnernder Applaus. Einen ebensolchen erhielten für diesen tollen impulsreichen Tag
auch die Spielleiter und der Organisator.
Den Weg von der 7. Etage zum Erdgeschoss bewältigten wir zu Fuß über das
Treppenhaus und sahen uns dabei die aktuelle Treppenhausgalerie zum Thema
„Facettenreich“ an. Dabei entdeckten wir 38 Bilder von Schülern des Gymnasiums Jessen.
Die Besichtigung weiterer Bilder im zweiten Treppenhaus und in den Etagenfluren
schafften wir leider nicht mehr.
Vor Abfahrt des Zuges nutzten wir auf dem Hauptbahnhof Halle noch die Wartezeit zum
Einkaufen, hauptsächlich von kleinen Speisen.
Sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt wurden im Zug Hausaufgaben erledigt, es
wurde für anstehende Tests und Klassenarbeiten gelernt und natürlich wurden auch
Eindrücke und Erlebnissen besprochen. Schließlich war es ein sehr langer und
ereignisreicher Tag voller Eindrücke.