perpetuum mediae

Der Titel

Unbedingt entlarven wollten wir mit unserem neuen Stück die Machart der Medien, die auf immer weiter sinkendem Niveau an Sensationsgier, Voyeurismus und niedrigstem Unterhaltungsanspruch von Zuschauern geschäftstüchtig anknüpfen und dabei stets raffiniertere Mittel einsetzen. In Anlehnung an den lateinischen Begriff perpetuum mobile (heißt: das dauernd Bewegliche) schien uns die Übertragung auf unser Anliegen passend: „perpetuum mediae“. Zwar ist das perpetuum mobile eine Art Maschine, die ohne Energiezufuhr von außen dauernd neue Energie erzeugt, wir sehen aber dennoch Ähnlichkeiten mit dem maschinellen Organismus der Medien, wenn auch in abgewandelter Form:
Diese (Medien) Maschine wird stets technisch und inhaltlich „perfekter“ und ihre Leistung schafft sie zunehmend.
Solange also Konsumenten und Einschaltquoten gegeben sind, wird im Sinne des perpetuum mobile Energie an die Maschine zurückgespeist. Die Maschine wird wunderbar am Laufen gehalten.
Doch mit welchen Wirkungen…?

„perpetuum mediae“

 

 

 

Das Stück

Skizzenartig rekonstruieren wir das Leben des Brian, der sich in der Welt von Fernsehen und Computer mehr und mehr eingerichtet hat.
Eigentlich ist er ein intelligenter Bursche, der das Zeug zum Studieren hätte, er entwickelt aber zunehmend eine Unfähigkeit, mit den Erwartungen der Eltern und den Paradoxien des Erwachsenen- und Familienlebens zurechtzukommen.
Seine Willenlosigkeit übermannt ihn, die Sinnhaftigkeit seines Daseins stellt er immer mehr in Frage und er zieht eine persönliche Konsequenz:
Den Rückzug in seine vier Wände.
Den minimalen Kontakt zur Außenwelt praktiziert er überwiegend auf digitalem Weg, vernachlässigt sich, magert ab, seine Persönlichkeit wirkt verstört.
Im Chat lernt er dann jedoch Rosa kennen.
Hoffnung scheint aufzukeimen.

Schafft es Brian (englischer Vorname keltischer Herkunft, gleichbedeutend mit „Kraft“) aus seiner selbst gewählten Isolation auszubrechen?

Ist er – nach massivem Konsum verschiedenster Bildschirmperversionen – überhaupt noch in der Lage, sich gefühlsmäßig jemandem anzunähern?